Aufbruch

Frühstück, um 07:45 Uhr den aktuellen Wetterbericht auf DP07 angehört. Seeklar machen dann endlich „Leinen los“.

Unter Motor geht’s durch das enge Fahrwasser Richtung offenes Wasser. Das Fahrwasser wird von Anglern in Wathosen gesäumt. mir wir schon bei dem Anblick kalt, wir haben ja erst Ende April.

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die frei Ostsee. Der Wind kommt aus Nordost, also raumer Wind nach Klintholm Havn. Wir setzen das Großsegel mit einem Sicherheitsreff. Danach fast die ganze Genua. Die see steht mit knapp enem Meter von achtern. Entsprechend dazu rollt das Boot. Das erste Opfer ist der Magen von Egon.

Die Bavaria entpuppt sich als schwimmender Wohnwagen. Wie heißt es in enem Shanty.„She would not wear and she would not stay“ Auf jedem Wellenkamm muß stark gegengesteuert werden, damit das Boot nicht aus dem Ruder läuft. Zum Glück ist die Sicht gut, die Querung des Fahrttrennungsgebiets vor der deutsschen Küste ist also verhältnismäßig  problemlos. Der Kartenplotter dient mir anfänglich noch als Unterstützung, nach ca. drei Stunden ist Mønsklint deutlich auszumachen, ich kann also nach Sicht steuern. Nach weiteren vier Stunden erreichen wir die Ansteuerung von Klintholm Havn. Also Maschine an und die Segel festgemacht. Dann noch durch die Stellnetze zur Hafeneinfahrt. Ein Liegeplatz ist schnell gefunden.

Sobald die Leinen fest sind gehen wir an Land um uns die Beine zu vertreten. Egon’s Magen hat sich wieder beruhigt. Im nahen Sparladen ist auch die Außenstelle einer Apotheke, dort versorgt sich Egon mit Tabletten gegen Seekrankheit. Am Inbiss beim Sanitärgebäude essen wir die in Dänemark üblichen Hotdogs (Pølser), dabei lernen wir zwei deutsche Angler kennen, die sich hier für ein halbes Jahr mit Dorsch eindecken, sie sind so freundlich uns einige frische Filets zu schenken. Zum Abendessen gibt’s also gedünstetes Dorschfilet mit neuen Kartoffeln und Salat.

Dann folgt noch eine Überraschung, im Sanitärgebäude ist auch eine Sauna, die frei benutzbar ist. Das ist genau das Richtige für meine verspannten Schultern. Zurück an Bord noch Wetterbericht und etwas Musik, dann gehen wir rechtschaffen müde in unsere Kojen.